
Deutschland 2009; 97 Min.; Regie: Iain Dilthey; mit Horst Janson, Annekathrin Bürger, Heinrich Schafmeister, Verena Zimmermann, Irene Fischer, Herbert Schäfer, Ulrike C.Tscharre, Sema Meray, Andreas Schmidt; u.v.a.; FSK 0
Das Gesicht der alten Frau ist verwittert. Aus dem Bett heraus hält Hede mit beiden Händen die Wangen ihres Sohnes Leon fest. In ihren Augen steht die Angst. „Bring mich nicht zur Polizei, Leon!“ Ihr Flüstern ist gebrochen: „Mein Kopf ist ein Loch…., aber bitte bring’ mich nicht weg.“ Eine Schlüsselszene des Spielfilms „Eines Tages…“, der in drei ineinander verwobenen Episoden von Menschen mit Demenz in unterschiedlichen Krankheitsstadien erzählt.
Der Spielfilm beschreibt in drei miteinander verwobenen Episoden die Entwicklung einer Demenzerkrankung in ihren unterschiedlichen Phasen: In der ersten Episode, erzählt aus der Perspektive eines recht jungen Betroffenen (Heinrich Schafmeister), brechen die ersten Anzeichen mitten ins Leben, wo sie niemand erwarten würde. Irritation, Angst und Verdrängung entfernen den Betroffenen von seiner Familie und seinen Freunden.
Die zweite Episode handelt von einer fortgeschrittenen Demenz, erzählt aus der Perspektive der erwachsenen Kinder (Irene Fischer, Herbert Schäfer), die erkennen müssen, dass ihre Mutter (Verena Zimmermann) nicht mehr allein für sich sorgen kann und sie zu sich nach hause holen. Im Mittelpunkt stehen hier die Themen Umgang mit den Betroffenen, die Gefühlslage und Belastungen der Angehörigen.
Die dritte Episode erzählt aus der Perspektive einer pflegenden Ehefrau (Annekathrin Bürger). Ihr Mann (Horst Janson) ist schon länger von der Krankheit betroffen, das Ehepaar ist gut eingespielt. Die Frau weiß mit der Demenz umzugehen, liebt ihren Mann und würde ihn niemals in ein Heim „abschieben“. Doch tatsächlich verschlimmert sich die Lage und sie spürt zunehmend, dass sie ihr eigenes Leben vergessen hat und lernen muss, Verantwortung abzugeben.
Der Spielfilm geht von den zentralen Fragestellungen aus: Wie erkennt man frühzeitig, dass jemand an Demenz erkrankt ist? Wie verändert die Krankheit das Verhalten der Menschen mit Demenz? Wie gehe ich als Angehöriger damit um?
Die DVD-Box „Demenz – Filmratgeber für Angehörige“ beinhaltet den Spielfilm „Eines Tages...“, zwei weitere DVDs mit 12 Themenfilmen (360 Min.) sowie eine CDROM mit Materialien. Ziel ist es, Angehörigen von Demenzkranken aber auch ehrenamtlich und professionell Betreuenden konkrete Hilfestellung zu bieten. Ärzte, Pflegekräfte, Experten und Angehörige steuern ihre Erfahrungen mit dem Thema in zahlreichen Interviews bei. Dazwischen zeigen Spielfilmszenen typisches Verhalten, bringen Konflikte auf den Punkt und weisen erste Lösungswege. Die Mischung aus Fiktion und realen Erlebnisberichten ermöglicht vielschichtige Einblicke in den Alltag mit Demenz und gibt wertvolle Hinweise für die häusliche Betreuung. Medizinische und rechtliche Informationen ergänzen die Themenpalette. Die CD-ROM gibt Textinformationen zu den Themenfilmen, enthält Dokumente, Checklisten, wichtige Adressen und Links.
Hier kann der Trailer zur DVD-Box \"Demenz - Filmratgeber für
Angehörige\" mit Ausschnitten zum Spielfilm \"EINES TAGES...\" angesehen
werden: www.youtube.com/LVRZMB
Produktion, Buch und Regie Themenfilme: LVR-Zentrum für Medien und Bildung. Redaktion CD-ROM: Kuratorium Deutsche Altershilfe.
Die DVD-Box „Demenz- Filmratgeber für Angehörige “ ist ab dem 28.4.2010 zum Einführungspreis von 19.90 € zzgl. Porto erhältlich im Online-Shop des Kuratoriums Deutsche Altershilfe: www.kda.de. Mail: versand@kda.de.
Der LVR bietet Betroffenen und Angehörigen in neun psychiatrischen Fachkliniken und seinen gerontopsychiatrischen Zentren im gesamten Rheinland vielfältige Beratungs-, Unterstützungs- und Behandlungsangebote. Die Idee zu dem Filmratgeber „Demenz“ kommt aus dem LVR-Klinikum Düsseldorf – Kliniken der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf, Abteilung Gerontopsychiatrie. In zahlreichen Beratungsgesprächen stellten Angehörige von Menschen mit Demenz immer wieder ähnliche Fragen. Mit dem Filmratgeber „Demenz“ sollen Antworten gegeben werden, die Angehörigen aber auch Betreuern konkrete Unterstützung im täglichen Umgang mit dieser Krankheit bieten. Das LVR-Zentrum für Medien und Bildung hat gemeinsam mit einer Fachredaktion das Konzept für den Filmratgeber „Demenz“ entwickelt und die Themenfilme produziert.
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat es sich in der Landesinitiative Demenz-Service NRW gemeinsam mit den Pflegekassen in NRW zum Ziel gesetzt, ein enges Netz von Hilfsangeboten für Angehörige von Demenzkranken zu spannen. Derzeit gibt es in Nordrhein-Westfalen mehr als 300.000 an Demenz erkrankte Menschen, die überwiegend zu Hause von ihren Angehörigen betreut werden. Sie alle – Angehörige wie Betreuer – sollen nicht allein gelassen werden. Landesweit verteilt gibt es inzwischen 13 Demenz-Servicezentren, die pflegende Angehörige eingehend beraten. Außerdem gibt es inzwischen mehr als 1.000 lokale Unterstützungsangebote wie Betreuungsgruppen für Alzheimer-Erkrankte oder Helferkreise zur Entlastung pflegender Angehöriger. In diesem Rahmen fördert das Ministerium auch das Projekt „Demenz – Filmratgeber für Angehörige“.
Aus Sicht der Pflegekassen in NRW, die unter der Federführung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) dieses Projekt unterstützen, hilft der Filmratgeber in besonderer Weise, weil er Betroffenen typische Verhaltensweisen und angemessene Reaktionen anschaulich vor Augen führt. Hierzu erklärt Andreas Hustadt, Leiter der vdek- Landesvertretung NRW: „Wir als Pflegekassen wünschen uns, dass der Film dazu beiträgt, praktische Hilfestellungen zu geben. Die Betroffenen sollten im alltäglichen Leben und in der Pflege die nötige Sicherheit gewinnen, damit sie gut und zufrieden mit der Krankheit leben – und das möglichst lange im eigenen Zuhause.“ Darüber hinaus leisten die Pflegekassen noch weitere wichtige Beiträge zu mehr Lebensqualität für Menschen mit Demenz. So ist die Zahl der Personen in NRW, die von den Pflegekassen zusätzliche finanzielle Betreuungsleistungen für Demenzkranke erhalten um über 60 Prozent angestiegen – von rund 14.000 Personen in 2007 auf rund 23.000 in 2009. Auch bieten mittlerweile in NRW rund 80 Prozent der Pflegeheime besondere soziale Betreuung für Demenzkranke in Form von zusätzlichem geschulten Personal an, dass von den Pflegekassen bezahlt wird.
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